Ratgeber

Was ein Detektiv darf: Rechte und Grenzen

Ein Detektiv hat keine besonderen Befugnisse. Er darf, was jede Privatperson darf, und muss Datenschutz und Strafrecht beachten. Die Angaben stammen aus Gewerbeordnung (GewO), Strafgesetzbuch (StGB), Strafprozessordnung (StPO) und Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) auf gesetze-im-internet.de, der DSGVO im Textband der Bundesbeauftragten für den Datenschutz (Stand März 2026) und der Pressemitteilung 96/2013 des Bundesgerichtshofs, abgerufen am 27. Oktober 2026.

Stand Oktober 20263 Min. Lesezeit
Richterhammer aus Holz liegt auf einem Tisch im Gerichtssaal

Keine Sonderrechte

Die Gewerbeordnung ordnet Detekteien in § 38 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 als überwachungsbedürftiges Gewerbe ein. Sie regelt Anmeldung und Zuverlässigkeitsprüfung, gibt aber keine Ermittlungsbefugnisse. Was Polizei und Staatsanwaltschaft dürfen, darf ein Detektiv deshalb nicht automatisch auch.

Datenschutz: das berechtigte Interesse

Wer andere beobachtet und darüber berichtet, verarbeitet personenbezogene Daten. Eine Detektei braucht dafür eine Rechtsgrundlage. Meist kommt nur Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO in Frage: Die Verarbeitung muss zur Wahrung der berechtigten Interessen des Verantwortlichen oder eines Dritten erforderlich sein, und die Interessen oder Grundrechte der betroffenen Person dürfen nicht überwiegen. Ob das Interesse überwiegt, entscheidet eine Abwägung im Einzelfall. Auch der Bundesgerichtshof verlangt im GPS-Urteil eine solche Abwägung.

Wer gegen Entgelt nicht allgemein zugängliche Daten unberechtigt verarbeitet, macht sich nach § 42 Abs. 2 BDSG strafbar. Die Strafe beträgt bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe. Die Tat wird nur auf Antrag verfolgt, antragsberechtigt ist unter anderem die betroffene Person.

Was erlaubt und was verboten ist

Handlung Einordnung Grundlage
Person in der Öffentlichkeit beobachten möglich bei berechtigtem Interesse und Abwägung Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO
Gespräche mitschneiden oder mit Abhörgerät abhören strafbar, auch der Versuch § 201 StGB
Fotos oder Videos in einer Wohnung strafbar bei Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs § 201a StGB
Fremde Wohnung oder befriedetes Grundstück betreten Hausfriedensbruch § 123 StGB
GPS-Sender heimlich an fremdes Auto grundsätzlich strafbar BGH, 4. Juni 2013, 1 StR 32/13
Person auf frischer Tat vorläufig festnehmen erlaubt wie für jedermann § 127 Abs. 1 StPO

Das GPS-Urteil

Der Bundesgerichtshof hat am 4. Juni 2013 entschieden, dass die heimliche Überwachung von Personen mit GPS-Empfängern an ihren Fahrzeugen grundsätzlich strafbar ist (1 StR 32/13). Nur bei einem starken berechtigten Interesse, etwa in notwehrähnlichen Lagen, kann die Abwägung ausnahmsweise anders ausfallen. Das Urteil beruht auf dem Bundesdatenschutzgesetz alter Fassung (damals § 44 in Verbindung mit § 43 Abs. 2 Nr. 1 BDSG). Die heutige Strafvorschrift in § 42 Abs. 2 BDSG ist ähnlich aufgebaut: Entgelt oder Bereicherungsabsicht, bis zu zwei Jahre, Verfolgung auf Antrag. Mehr dazu unter GPS und Technik.

Wenn Sie selbst beobachtet wurden

Die beobachtete Person hat Rechte. Sie kann Auskunft nach Art. 15 DSGVO verlangen und sich bei der Datenschutzaufsicht beschweren. Wie das geht, steht unter Datenschutz für Betroffene. Ob Ermittlungsergebnisse vor Gericht zählen, erklärt die Seite Beweise vor Gericht.

Diese Seite ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Darf ein Detektiv mich fotografieren?

In der Öffentlichkeit nur bei berechtigtem Interesse nach Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO und wenn Ihre Interessen nicht überwiegen. Aufnahmen in Ihrer Wohnung sind nach § 201a StGB strafbar.

Darf ein Detektiv Telefonate abhören?

Nein. Wer das nicht öffentlich gesprochene Wort eines anderen abhört oder aufnimmt, macht sich nach § 201 StGB strafbar.

Darf ein Detektiv einen GPS-Tracker verwenden?

Heimlich an einem fremden Fahrzeug grundsätzlich nicht. Der BGH hat das 2013 für strafbar erklärt, damals nach BDSG alter Fassung.

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